Filmreif - ein Live-Hörspiel
Performance nach dem Roman von Hanna Marjut Marttila
Wenn sein Leben ein Film wäre, würde der 15-jährige Torsten gewisse Dinge einfach ausblenden. Eltern, die saufen, zum Beispiel. Oder eine Schwester, die die Sache mit der Verhütung nicht auf die Reihe kriegt. Doch leider ist das hier kein Film, sondern das echte Leben — sein Leben. Aber was, wenn er trotzdem versuchen würde, Regie zu führen?
mehr lesen ... weniger lesen ...
Torsten lebt in schwierigen Verhältnissen. Darüber hinaus interessiert er sich brennend für Filme und das Filmemachen. Mit den drastischen Themen Alkoholismus, Teenagerschwangerschaft oder Kindheit in Armut kann er eine Spur optimistischer umgehen, weil er sie reflektiert. Ist das nicht der erste Schritt raus aus der Ausweglosigkeit?
Die drei Darsteller sind auf der Bühne gleichzeitig Erzähler und Band, Figuren und Familie. Jeder ist mal Torsten, denn Torsten ist kein einfacher Mensch und seine Geschichte ist kompliziert. Wer gerade nicht Torsten ist, kann seine Mutter sein oder seine Schwester, oder deren bescheuerter Lover Kolja. Oder die Jugendamtstante: aus Torstens Sicht die einzige zu Rationalität fähige Person in seinem Kosmos. Eine ganz große Rolle spielt auch Saara. In Torstens Film vielleicht eine größere als in der Wirklichkeit...
- Hanna Marjut Marttila: Roman
- Chris Weinheimer: Regie, Stück, Musik, Bühne
- Sebastian Deufel: Schauspiel, Stück, Musik, Bühne
- Manuela Hörr: Schauspiel, Stück, Musik, Bühne
- Mark Roberts: Schauspiel, Stück, Musik, Bühne
- Ines Glawe: Regieassistenz, Bühne
- Constanze Böhm: Kostüm
Dieses Stück wird nicht mehr gespielt.
- Premiere: 22. November 2012
- Publikum: 13+
- MWK Niedersachsen
- Stiftung Niedersachsen
- Friedrich Weinhagen Stiftung Hildesheim
- Stadt Hildesheim
»Manuela Hörr, Mark Roberts und Sebastian Deufel sind alle mal Torsten, sitzen auf dem Sofa inmitten einer Kulisse der improvisierten Gemütlichkeit und erzählen. (…) Die Eskapaden der betrunkenen Eltern, die Verzweiflung und Großmäuligkeit der Schwester, die sozialpädagogisch wertvollen Bemühungen der Familienhelferinnen. Danach springen sie auf und machen Rock-Musik als Welt-Ventil.(…) So wird aus der Szene, in der die Mutter mit der Freundin einen Kino-Abend plant und natürlich in der Kneipe landet, eine komödiantische Einlage. Schnelle Rollenwechsel und viel Slapstick bestimmen diese Momente, deren Nachgeschmack ein bitterer ist. Doch genau wie ein Film sich aus vielen Bildern zusammensetzt, fängt diese Inszenierung ein bleischweres Thema kaleidoskopisch ein - Welten weg vom Betroffenheitstheater. Böse, witzig und einfühlsam kann eben auch zusammengehen.«
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 2012